Zeuge/Deckname Pollinger

Zeuge/Deckname Pollinger, 1930 geboren, kannte Irlmaier von 1950 bis 1959. hat ihn schätzungsweise 30-40 Mal getroffen, wohnt seit den 50ern ca.20 Kilometer südlich von München.

Pollinger:
Politisch haben wir ihn scho befragt. … Wann der nächste Krieg kommt, und wo der o’ geht. Da hat er gesagt: „Die Leid solln vui beten, sollen keine Lumpereien treiben,“ … er war sogar mal do g’wesen, hat mi besucht [ca. 20 km südl. von München], [color=blue]aber i war nit da, meine Frau war da. Hat sich das Haus a’gschaut und alles … , hat er g’sagt: „Im nächsten Kriag brauchts nit davo laufa. … Aaaaber für drei Wochen müsst Lebensmittel und Wasser beinander haben. Drei Wochen dauert der Saustall[/color] [Anarchie ab Kriegsbeginn]. [color=blue]…  Und drei Tag’ is Finsternis.“ Fenster soll man voll mache’ … mit schwarzem Papier … „ [/color][Erzählt dann, wie er sich grade vor vier Tagen von einem Baustoffhändler eine schwarze Dachfolie besorgt hat, und die für die Fenster zuschneiden will. Ist beunruhigt wegen aktueller Lage, weiß aber nicht „wann“. Sagt: „I hab koane ruhige Minute tät i sagn.“ Dann habe ich [Berndt] kurz was erzählt, da unterbricht er mich:

[color=blue]„Hab ihn dann mal gefragt, WANN und WO [Kriegsausbruch/-Anfang] ist des?“ … [Antwort Irlmaier:] „[b]Bei den Juden und die Araber, da geht’s oh[/b] [an/los]. – Aber erst wenn’s den [b]dritten Friedenskämpfer[/b] um’bracht ham.“ … frage ich [Pollinger]: „Wer ist der dritte Friedenskämpfer? Wer ist der Erste?“ … Sagt er [A.I.]: „Das ist der … Graf Volke Bernadotte. [1948 ermordet]“ Und der Zweite?“ „WOAS? NIT, der Mahatma, der Gandhi.(?) [auch 1948 ermordet]“ [/color]

Anmerkung: So wie der Zeuge es beschrieb/betonte, wusste Irlmaier es selbst nicht, und Gandhi (und womöglich Graf Bernadotte auch), waren vermutlich nur Deutungen Irlmaiers! Bei Konstantin von Bayern (“Nach der Sintflut“) findet sich eine ähnliche Stelle, die erahnen lässt, dass Irlmaier sich nicht sicher war, obwohl Konstantin v. B. das etwas zu verschleiern scheint, – womöglich, damit es publikumswirksamer rüber kommt. Auf jeden Fall deutet sich hier die Möglichkeit an, dass Irlmaier in Fällen, in denen er sich nicht sicher war, sich an Deutungen anderer orientierte. … Pollinger dann weiter:

[color=blue]„Der  Papst der muß a no abhauen. Der Papst in Rom, der muss abhauen, der geht nach Frankreich. [ev. Zwischenstation auf Wege nach Köln.] In Italien gibt’s ja a gewaltige Revolution. In Russland gibt’s a Revolution.” [/color]
Dann kommentiert Pollinger die aktuelle Lage:] “Zur Zeit sieht’s sehr schlecht aus. …” Dann habe ich [Berndt] ausdrücklich nachgefragt, ob Irlmaier ihm das [bzw. die letzten Aussagen] persönlich erzählt hat, oder ob er das aus der Literatur hat. Antwort: Nein, das habe er von Irlmaier persönlich.
Dann habe ich gefragt, ob Irlmaier was zum Klima gesagt hat. Die Frage beantwortet er nicht, stattdessen sagt fängt er wieder mit dem Nahen Osten an:

[color=blue]„Naja, er hat g’sagt, oh geht es da drunten. [Naher Osten] Da drüben [~nördl. der Donau], das dauert drei Wochen [Habe ich noch mal nachgefragt, sagt er: die drei Wochen beziehen sich auf den Krieg], und die Russen … ein Heerwurm kommt unten rein, über Griechenland, der andere kommt nach Mitteldeutschland, der andere kommt nach Norddeutschland. Der geht oben rüber, kommt nauf bis Hamburg, ziagt sich dann runter bis Westfalen. Da draußen ist dann die letzte Schlacht. Und die verliert der Russe. Weil … in Afrika steigen Vögel auf, [u][b]keine Flugzeuge[/b][/u] – da steigen Vögel auf, hat er gsagt! Schwärme von Vögel. Ganze Schwärme, so dass das ganze Firmament verdunkelt [verm. Am Himmel über Freilassing]. [/color]

Anmerkung: Seeeeehr interessant. Pollinger kam ganz von sich aus auf das Thema Gelber Strich, und bestätigt damit meine Hypothese mit den Drohnen. Irlmaiers „Vögel“ wäre demnach keine „naive Umschreibung“ von Flugzeugen, sondern ein bewusst gewählter Terminus, der ausdrücken soll, dass es eben KEINE üblichen Flugzeuge sind,  – Flugmaschinen, die sich grundsätzlich von allen bisher bekannten Flugzeugen unterscheiden.

Pollinger weiter: [color=blue]„Und die schmeißen so gelbe Kastl ab. Er hat nit gesagt „Bomben“ – sondern die schmeißen so Kastl ab. Die werden von die Amerikaner losgelassen, da drüben. [Ich frage nach, ob Irlmaier das mit den Amis gesagt hat, er bestätigt.] Und die fliegen da rauf,. und der Strich, wo die da rüber fliegen, und die gelben Kastl abwerfen, da erstirbt alles Leben. Die Panzer fahren noch. Da sind die Leut schon tot drinnen, hat er gsagt. Und die von wo drüber herkommen – die Heersäulen – die werden durch den Strich gebremst. Und die wo durchkommen, die sterben sowieso. Und die herüben san [also westlich des Strichs], kommt keiner mehr zurück. Und die letzte Schlacht ist da bei [b]Düsseldorf[/b]. [Ich frage nach wegen Düsseldorf – er bestätigt: „Das hat Irlmaier gesagt.“] … [b]München[/b] passiert nit vui. [b]Straubing[/b] existiert nicht mehr. Bis zur [b]Donau[/b] kommen die Russen runter. [Ich frage wegen München nach: Auch das soll ihm Irlmaier persönlich gesagt haben. Dass sie sich über München unterhalten haben, ist äußerst wahrscheinlich, da Pollinger vor den Toren Münchens lebt, und Irlmaier auch von plündernden Städtern gesprochen hat.] „Hier passiert nix [ca. 20 km südlich von München]. München kriagt a Bisserl was ab, aber da [verm. außerhalb von München] kemman narrisch viel Leut’ her. Flüchtlinge.“
Ich frage, ob er was zu Österreich gesagt hat. Antwort: „Zu Österreich hat er nix gsagt.“[/color]

Dann frage ich nach, ob er weiß, dass Irlmaier öfters in [b][b]Salzburg[/b] im Loretto-Kloster [/b]war. Hintergrund ist der, dass mir dies jemand aus Salzburg kürzlich erzählte, und dass ich vom Kloster selbst telefonisch eine sehr zögerliche sehr allgemein formulierte Bestätigung bekam.[color=blue] Mein Informant sagte, Irlmaier habe den Schwestern gesagt, das Kloster und [b]Salzburg sei im großen Krieg sicher[/b].[/color] Das Kloster wollte oder konnte diese Aussage jedoch nicht bestätigen. Aber vermutlich haben die einen Heidenschiss, dass ich das an die große Glocke hänge – was ich natürlich überhaupt nicht kann, weil die Massenmedien hier völlig mauern. Antwort Pollinger zu Irlmaiers Loretto-Kloster-Besichen: „Ja.“ – mehr nicht. Sagt aber, dass er nie beim Kloster dabei war, sondern Irlmaier immer nur bei dessen Haus besucht hat, und danach wieder weggefahren ist. … Ich unterhalte mich mit Pollinger über eher private „Nebensächlichkeiten“ – da fängt er plötzlich wieder an:

[color=blue]„Aber DES hat er ja öfter g’sagt: [b]Oh geh tuts da drüben bei die Juden und bei die Araber, da geht’s los.[/b] … [Eine schöne Bestätigung des Schönhammer/Bekh-Textes, der auf einen angebl. Pfarrer aus Salzburg, der Irlmaier gesprochen hat, zurückgehen soll. … Dann sinniert er etwas über die allgemeine Lage: „Des is schlimm, des is schlimm. Weil mia woaß ja nit, was man macha solln. … Einerseits kann i ja auch beruhigt sei, dass ich hier so sicher wihn’, aber er [A. I.] sagt ja: „Tu ja nicht naus gehen, wenn’s losgeht [Kriegsausbruch]. Die drei Wochen darfst nit naus gehn aus dem Haus. Wenn sie rein wollen – hat er g’sagt, – die wollen nur stehlen, da schiaßts naus.“
Ich frage nach – und er bestätigt 3 Wochen Plünderungen.
„Die Bauern, hat er g’sagt, … die [Plünderer] holens Viech vom Stall raus, und wenn sich der Bauer wehrt, dann erschlagen sie ihn. Die Städter [natürlich auch insbesondere die Münchener!] kemman raus,  die san rücksichtslos, … Und in die Berg’ brauchts nit nei gehe, hat er g’sagt, da verhungert man. Ihr habts ja nix dabei, hat er g’sagt.“
[Das war ein spezieller Rat für die Leute in seiner Gegend. Anders formuliert: Eine überhastete Flucht in die Berge von dort bringt nichts, weil man Lebensmittel für drei Wochen mitnehmen müsste, und womöglich auf dem Wege dorthin schon ausgeplündert wird.“]
„Wenn’ los geht, [b]lasst die Badewanne mit Wasser voll laufen[/b], nehmts Eimer … alles mit Wasser voll. Weil da habts drei Wochen keine Gelegenheit mehr, dass ihr Wasser bekommt, (weil) der Strom ausfällt. Gibt’s koa Wasser mehr.“ [/color]

Anmerkung: Die Energieversorgung wäre strategisches Primärziel. Möglich also, dass München punktuell mit konventionellen Kurzstreckenraketen beschossen wird (höhere Treffsicherheit als Artillerie), und man nach drei Wochen wenigstens für die Wasserversorgung wieder Strom hat. Wenn der Strom wieder tlw. geht, läge der gelbe Strich etwa zwei Wochen zurück, und Russland wäre im Prinzip schon auf dem Rückzug. D. h. in München wäre kein Beschuss mehr zu erwarten.
Frage ich nach, ob Irlmaier sich mal zu Adlmaier geäußert hat. Antwort: „Nein.“ (kennt “Blick in die Zukunft“, hat Ausgaben von 1955 und 1961).
Dann frage ich ob er einen gewissen „[b]Felbinger[/b]“ kennt. Da korrigiert er mich sofort und sagt, dass der [b]Felber[/b] hieß, und dass der Irlmaiers Chauffeur war … was laut Literatur stimmt. Ein weiteres sehr gewichtiges Indiz, dass Pollinger Irlmaier und dessen Umfeld sehr gut kannte! Pollinger selbst war über einen Schwager mit der Familie Felber (Prien am Chiemsee) verwandt. Weiter beschreibt er, wie er Irlmaier mal im Auto gefahren hat, und Irlmaier kerzengerade da saß. Diese Sitzhaltung findet sich auch in der Literatur. Irlmaier selbst konnte zwar selbst Auto fahren, aber wenn er über eine Wasserader fuhr – so Pollinger – bestand die Gefahr, dass er von der Straße abkam und der Wasserader nachfuhr. Hahahahahaha. Man stelle ich das vor. Wie eine Szene aus Dick und Doof – nur, dass die Autos zu modern wären. Haha. Irlmaier – so Pollinger – kommentierte das Problem: „I trau mi nit.“ [fehlt was]
Noch ein letztes Indiz für die Glaubwürdigkeit des Zeugen Pollinger. Ohne dass er mein Buch kannte, oder ich ihm dies aus meinen Recherchen erzählt habe, sagte er, Irlmaier habe [b]Konrad Adenauer [/b]beraten. Irlmaier habe ihm – Pollinger – auch Schreiben von Personen aus Adenauers Umfeld gezeigt, mit denen einige Treffen Adenauer/Irlmaier abgestimmt wurden. Allerdings keine Treffen in Freilassing. Irlmaier soll dann gesagt haben, Adenauer habe noch eine andere Hellseher[u][b]IN[/b][/u], die er aber nie zu Gesicht bekam. Es sei eine Belgierin gewesen. Nun – Buchela (Margarethe Goussanthier) war keine Belgierin, aber sie lebte von Adenauers Wohnort gesehen Richtung Belgien. Vermutlich hat Adenauer das ähnlich verschleiert, wie ich hier mit „Pollinger“
[size=13pt][b];-)[/b][/size]
Es kann sich nur um Buchela gehandelt haben.
Dann will Pollinger als er das erste Mal bei Irlmaier in Freilassing war, vor dessen Tür einen Buick oder Chevvy mit Generalsstandarte, einen MP-Jeep und zwei Army-Harley-Davidson gesehen haben. Angeblich kam ein General extra aus Heidelberg (Lucius D. Clay oder dessen Nachfolger). … Hat dann noch einige interessante private Anekdoten erzählt, wo sich noch einmal seine gute Erinnerungsgabe bestätigt.

Ich arbeite noch etwas an dem Text – das finder ihr dann auf meiner Homepage.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Allem Anschein nach ein hervorragender unmittelbarer Augen- und Ohren-Zeuge, der zwei Punkte klarer erscheinen lässt, die bisher – wenigstens nach Irlmaier noch nicht so klar waren: Erstens ein Nahostkonflikt mit iraelischer verwicklung als Auftakt des großen Krieges – da gab es bisher nur diesen Schönhammer/Bekh-Text, den ich zwar für echt halte, mir aber nicht sicher bin, ob Irlmaier nicht doch hier und dort „sprachlich geglättet“ wurde.
Der zweite Punkt ist, dass das „dritte“ Attentat offenbar im Zusammenhang mit Friedensbemühungen steht. Insgesamt erhöht sich dadurch die Gewichtung des Vorzeichens „[b]Friedensbewegung/Friedensbemühungen[/b]“ – ein Vorzeichen, dass sich aller Logik nach auf die Wochen vor Kriegsausbruch Ende Juli/Anfang August terminieren lässt. … nIcht ganz uninteressant, wenn man den 23. Mai schreibt.

Jetzt werden viele sagen: Ein Glück – noch haben wir keine große Friedensverhandlungen und Friedensdemos. Stimmt. Aber wenn sich da in den nächsten Wochen doch noch was tut, könnte es sein, dass sich der eine oder andere hier noch in die Hosen scheißt. So ganz sehe ich die Kuh für 2014 noch nicht vom Eis – obwohl ich mir den Vorwurf des „Hysterikers“ durchaus gefallen lasse. Mein Kopf sagt mir auch: „Sie spinnen Herr Berndt … “ Eine andere Stimme in mir sagt aber auch: „Pass noch ein Bisschen auf. Noch rollt die Kugel. Pass auf.“.
Mein Eindruck ist der, dass die politischen Eliten im Westen sich sehr wohl bewusst sind, dass ein deutlich schärfteres Sanktionsregime gegenüber Russland sehr leicht eine unkontrollierbare Spirale in Gang setzen könnte. … Nach der Wahl in der Ukraine könnte sich die Gesamtsitiation also sehr wohl dramatisch beschleunigen. …

Egal – abwarten.

Gruß
Stephan